Feuerwehr
In der Euregio Maas-Rhein arbeiten die Feuerwehren seit Jahren eng zusammen, um den Bewohnern schnell und effektiv zu helfen, egal auf welcher Seite der Grenze sich der Vorfall ereignet. Ob technische Hilfeleistung, die Bekämpfung eines Großbrandes oder der Umgang mit gefährlichen Stoffen: Gute Absprachen und eine solide Zusammenarbeit bilden die Basis.
Grenzüberschreitende Brandbekämpfung
Die Feuerwehr hat viele Aufgaben und wird nicht nur bei Bränden eingesetzt, sondern kann auch bei Unfällen gerufen werden. Nehmen wir zum Beispiel einen schweren Unfall, bei dem das Fahrzeug schwer beschädigt ist und die Insassen nicht aussteigen können. In solchen Situationen kommt die Feuerwehr mit Spezialwerkzeug zum Einsatz, um die Betroffenen aus ihrer Notlage zu befreien.
In einer Grenzregion wie der Euroregion Maas-Rhein befindet sich die nächstgelegene Feuerwache nicht immer im Heimatland, sondern gleich hinter der Grenze. Oft wird dann vereinbart, dass die Hilfe von dem Dienst geleistet wird, der als erster vor Ort sein kann, auch wenn sie aus dem Ausland kommt. Dies gewährleistet eine schnelle Hilfe. Das ist wichtig, wenn jede Sekunde zählt.
Zusammenarbeit bei Großereignissen
Darüber hinaus wurden im Rahmen der EMRIC-Zusammenarbeit Vereinbarungen zwischen den Feuerwehren getroffen, um bei größeren Zwischenfällen Hilfe zu leisten. Ein Beispiel dafür ist ein Großbrand im Hohen Venn in Belgien, bei dem deutsche Rettungskräfte zu den Löscharbeiten hinzugezogen wurden. Ein weiteres Beispiel war der Brand im Hafen von Maastricht, bei dem sowohl deutsche Messtrupps als auch Feuerwehrfahrzeuge halfen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Gut geregelt
In der Euregio Maas-Rhein tut sich viel in Sachen Brandbekämpfung. Verschiedene Vereinbarungen zwischen den Grenzgemeinden regeln die tägliche Hilfeleistung. Bei Großschadensereignissen tritt der Emric-Plan in Kraft. Ein allgemeiner euregionaler Hilfsplan, der schnelle Hilfe unabhängig von der Sprache und der Herkunft der Einsatzkräfte gewährleisten soll. Dieser Plan enthält auch die technische Hilfeleistung.
Fokusgruppe Pompiers
Alle Vereinbarungen über Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung werden in der Fokusgruppe Pompiers getroffen. Diese Gruppe trifft sich mindestens viermal im Jahr, und das schon seit vielen Jahren. In der Gruppe sind die Feuerwehr Südlimburg (NL), die Feuerwehr der Stadt Aachen (D), der Kreisbrandmeister der Städteregion Aachen (D), der Kreisbrandmeister des Kreises Heinsberg (D), der Kreisbrandmeister des Kreises Düren (D), der Hilfeleistungszone Ostlimburg (B) sowie die Hilfeleistungszonen in der Region Lüttich (B) und die Deutschsprachige Gemeinschaft (B) vertreten.
Die Fokusgruppe Pompiers hat die folgenden Unterarbeitsgruppen gebildet:
- CBRN (Gefahrgüter)
Die Messmethoden in der Euregio Maas-Rhein sind in den drei Ländern unterschiedlich. Daher ist es auch für diesen Themenbereich wichtig, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Dies geschieht in der Arbeitsgruppe CBRN. Denn wenn gefährliche Stoffe freigesetzt werden, ist es sehr wichtig, zu messen, zu interpretieren, über die zu treffenden Maßnahmen zu beraten, entsprechende Aktionen durchzuführen und die Nachbarregionen zu informieren.
Was die Information über einen Zwischenfall mit gefährlichen Stoffen angeht, so hat man sich innerhalb von EMRIC darauf geeinigt, dass immer die Leitstelle in dem/den betroffenen Gebiet(en) informiert wird, plus eine Leitstelle pro Land (Meldekopf), die dann die Meldung an die anderen Leitstellen in ihrem Land weiterleitet. Diese ersten Meldungen werden über die Webanwendung gesendet. Sie können dann den Vorfall über die Krisenmanagementsysteme der Region, in der sich der Vorfall ereignet hat, verfolgen.
- Taucher
Der Arbeitsgruppe Taucher gehören Spezialisten auf diesem Gebiet an. Sie bereiten gemeinsame Rettungs- und Bergungsmaßnahmen im und auf dem Wasser vor. Dazu gehört auch die Prüfung von Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Hilfeleistung bei Unfällen auf dem Wasser, bei denen ausländische Taucherteams mehr Kapazität und mögliche Hilfe leisten können.
- Digitale Erkundung
Nahezu alle EMRIC-Partner nutzen inzwischen die digitale Erkundung zur Unterstützung verschiedener Aufgaben der Brandbekämpfung. In der Arbeitsgruppe Digitale Erkundung wird eine Bestandsaufnahme gemacht, welche Mittel wie Drohnen oder Löschroboter zur Verfügung stehen, welche Entwicklungen es in den drei Ländern gibt, sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf Gesetze und Vorschriften
- Materialien
Die Arbeitsgruppe Materialien erörtert, welche Materialien bei den EMRIC-Partnern verfügbar sind. Es werden detaillierte Listen erstellt, aus denen nicht nur hervorgeht, was verfügbar ist, sondern auch die Anfahrt und die Aufbauzeit, wie viel Platz die Ausrüstung benötigt und was gegebenenfalls vor Ort sein muss. Diese Materialliste wurde in die Webanwendung aufgenommen, die von den Leitstellen für euregionale Hilfeersuchen verwendet wird.
- Naturbrände
Da Naturbrände immer häufiger auftreten, gibt es innerhalb von EMRIC eine Arbeitsgruppe, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Diese Arbeitsgruppe prüft, welche Vegetationsformen im Arbeitsgebiet von EMRIC vorkommen und welche Materialien bei den Kooperationspartnern zur Verfügung stehen. Das Ziel ist natürlich, sich gegenseitig so gut, schnell und angemessen wie möglich zu helfen.
Die in diesen Gruppen getroffenen oder noch zu treffenden Absprachen werden in das Emric-Dokument aufgenommen.
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Für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Rettungsdienste in der Euregio Maas-Rhein.


